Wir vom Heimatboden waren gestern bei Mike Josefs Rocky Horror Klima Gau Show, also zur Vorstellung der Gutachten zum neuen Stadtteil im Frankfurter Stadtplanungsamt.

Meine Erwartungen an die Veranstaltung hatte ich zu Beginn an  die im Foyer des Frankfurter Stadtplanungsamts stehende Pinwand geheftet. Das durfte jeder machen.
Ich schrieb kurz und prägnant: „Nichts Gutes – Nur Show!“

Das ich damit richtig lag, war mir schon nach wenigen Minuten klar!

Die vom Veranstalter Mike Josef inszenierte Show war eine reine Werbekampagne für den neu geplanten Stadtteil.

Ein Werbefilm auf Erstklässler-Niveau zeigte den großen Run auf Wohnungen in Frankfurt auf. Da muss ja dringend Abhilfe geschaffen werden, war der Tenor. Wir müssen dringend neu bauen, bauen, bauen, damit die vielen Leute die zu uns kommen wollen auch alle eine Wohnung finden…

Dem Beratergremium – hochtrabend mit „Consileum“ tituliert – mit Experten aus verschiedene  Städten der Republik und dem schönen Wien besetzt wurde dann viel Zeit gegeben, um für sich und seine Expertise zu werben. Toll was die schon so alles gemacht haben. Und sie waren auch schon einmal für ein Foto im Planungsgebiet….

Die Gutachten, deren Vorstellung ja eigentlich das Hauptanliegen der Veranstaltung war, mussten dann im Schnelldurchgang abgehandelt werden.

Alles machbar, war die Kernaussage.
Kann die Stadt ja auch verlangen, schließlich hat sie die Damen und Herren ja auch genau für so eine Aussage ausgewählt und reichlich Geld dafür bezahlt.

Der Stadtteil ist von Frankfurt politisch gewollt. Da fällt die Auswahl der Gutachter und deren Aufgabenstellung entsprechend aus.

Das Ergebnis kann man wie wir und viele kritische Bürger, aber auch anders sehen.

Andere Experten kommen zu anderen Ergebnissen. Ich möchte da auf die Ausführungen von Prof. Lutz Katzschner in der FNP zu den Auswirkungen auf das Frankfurter Klima verweisen.

In der heutigen Zeit muss die Prämisse sein, Flächen für die Trinkassergewinnung zu erhalten. Kein Thema für die Gutachter, es wurde lediglich aufgezeigt, wohin der künftig häufiger zu befürchtende Starkregen abgeleitet werden soll.

Auch das heikle Thema Elektrosmog durch die Höchstspannungstrassen entlang der A5 wurde heruntergespielt. Auf die landesgesetzliche Vorgabe von 400 m Abstand auf jeder Seite wurde erst garnicht eingegangen. Wen interessiert es auch?

Viele andere Fakten die wir alle immer wieder angesprochen haben, werden ignoriert oder heruntergespielt.

– Klima spielt keine Rolle,

– für die bedrohten Vogelarten werden halt ein paar Nistkästen mehr aufgestellt, sei’s drum
– Lärmschutz kein Problem, usw. usw.usw.

Da trifft es sich gut, dass die Berater von auswärts kommen. Die kann man dann später auch nicht zur Rechenschaft ziehen

Nach der Zusammenfassung der Gutachten konnte sich dann jeder Interessierte im Speed Dating Modus (3 Minuten) an die vielen anwesenden Experten wenden und dort Fragen zu den einzelnen Gutachten stellen.

Unter dem Motto „Jeder kann sich einbringen,  seinen Bedarf aufzeigen„ wurden alle aufgefordert zu sagen wo denn bitte für ihn oder sie ein Bäumchen gepflanzt werden soll. So kann jedermann und jede Frau zum Stadtplaner werden! So weit so schön.

Fazit: Die versprochene ergebnissoffene Untersuchung fand nicht statt. Es wurde viel Steuergeld ausgegeben um mit den so wie bestellt gelieferten Gutachten von den bestehenden Problemen abzulenken und berechtige Bedenken zu zerstreuen oder gar zu negieren.

Den Bürgerinnen und Bürgern wurde wieder einmal Sand in die Augen gestreut! 

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