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Frankfurt-Griesheimer Schlamassel

Rund 30 ha verseuchte Gewerbeflächen liegen in Griesheim brach. Dioxinverseucht! Die Fläche soll für die Ewigkeit gesichert werden, ähnlich wie die radioaktiven  Hinterlassenschaffen der Kernkraftwerke. Was sollen unsere Enkel noch alles stemmen?

Wäre es nicht besser, wenn Frankfurt mit der Hilfe vom Land und Bund diese Flächen aufarbeitet und entgiftet.

Dort könnten dann Wohnungen enststehen, die Stadt & Land gehören.

Wenn dieses öffentliche Eigentum dann nicht wieder in einem Anfall von geistiger Umnachtung an private Investoren verkauft wird, haben wir mindestens 3 Fliegen mit einer Klappe erschlagen.

  1. Die Ewigkeitskosten werden in eine sinnvolle Investition umgewandelt.
  2. Es kann dort Wohnraum zu sehr günstigen Konditionen entstehen.
  3. Die Politik kann durch diese Maßnahmen ihre Fehler aus den vergangenen Jahren wieder gut machen.

Was haltet ihr davon?

Glaubt ihr daß der politische Wille dafür ausreicht?

Die gesamte Bevölkerung würde diesem Projekt gewiss sehr positiv gegenüber stehen.

Wir haben jedenfalls nichts gegen eine Bebauung von Industriebrachen.

Wir haben auch nichts gegen maßvolle Nachverdichtungen oder Aufstockung von Flachbauten, Garagen, Parkhäusern.

Wir sind für die Umwandlung von lehrstehenden Gewerbe und Büroflächen in Wohnraum.

Wo gegen wir sind?

Wir sind gegen die sinnfreie Bebauung wertvoller Ackerflächen.

Warum sind wir dagegen?

Vor 15 Jahren haben die Politiker den Immobilienmarkt völlig verkehrt eingeschätzt und 100 tausende Wohnungen aus öffentlichen  Besitz an private Investoren verkauft.

Jetzt haben wir den Schlamassel und alle gehen aufeinander los oder werden gegeneinander ausgespielt.

Wenn wir jetzt, mitten im sich abzeichnenden Klimawandel, mit unseren so „wertlosen Ackerböden“ umgehen, wie mit den im öffentlichen Besittz befindlichen Wohnungen vor 15 Jahren, haben wir bald noch weitere, viel größere Probleme.

In diesem Sinne, lasst uns zukunftsweisende Lösungen finden!

 

Voller Einsatz für den Erhalt des Feldes

Voller Einsatz bei extrem kaltem Wind und kräftigen Sturmböen für den Erhalt des Feldes!
Die bedeutende Frischluftschneise für die Stadt Frankfurt kann nicht auf einmal Makulatur sein. Die bereits heute ausgewiesenen Landschaftschutzgebiete und die hervorragenden Ackerböden müssen erhalten bleiben.
Astrid Gemke Bürgermeisterkandidatin der FDP Steinbach – und FDP Fraktionsvorsitzende in Steinbach für Lebensqualität und Freizeitraum.

Statement zu den Zielen der BI und dem Landverkauf eines Frankfurter Bauern

Liebe Leserinnen und Leser,

wir möchten an dieser Stelle auf den Landverkauf eines Frankfurter Bauern an die Stadt Frankfurt eingehen.

Der Landverkauf ändert nichts an den Zielen unserer Bürgerinitiative!

  • Wir sind für den Erhalt der landwirtschaftlich genutzten Flächen, da diese unabdingbar für die regionale Versorgung mit Lebensmitteln sind.
  • Die Qualität der Böden und ihre besondere Eigenschaft Wasser zu speichern und bei Bedarf (Trockenheit) an die Pflanzen abzugeben, sind von unschätzbarem Wert. Es wäre ein absoluter Frevel, wenn diese Böden bebaut und somit für immer und ewig zerstört würden
  • Wir sind gegen die Zerstörung der Frischluftschneise. Prof. Katzschner hat erst vor kurzem auf den enormen Einfluss der Taunuswinde auf das Klima und die Temperaturen in den nordwestlichen Stadtteilen hingewiesen.
  • Wir bezweifeln aufgrund der vielfältigen Belastungen des Planungsgebiets mit Feinstaub, Stickoxiden, Kohlendioxid, Elektrosmog und Lärm, dass an dieser Stelle lebenswerter Wohnraum geschaffen werden kann. Das Gegenteil ist wohl eher der Fall.
  • Wir arbeiten mit dem BUND an einer ökologischen Aufwertung des Gebiets. Es wurden bereits zahlreiche Blühstreifen und Lerchenfenster angelegt. Die landwirtschaftliche Nutzung der Wegränder wird stark reduziert, damit diese als Korridore für Insekten, Vögel und heimische Tiere zur Verfügung stehen!
  • Für die Anwohner sind die Felder und Auen von jeher ein schönes Naherholungsgebiet, welche auch intensiv genutzt werden. Radfahrer, Jogger, Spaziergänger schätzen die Nähe zu ihrem Zuhause! Das muss für alle so erhalten bleiben.

Wir stellen fest, dass sich die Frankfurter Politiker und Stadtplaner einen feuchten Kehricht um die Interessen der Landwirtschaft und der bereits dort lebenden Bevölkerung kümmern!

Frankfurter Monopoly

Die Frankfurter spielen Monopoly! Sie versuchen mit allen legalen und weniger legalen Mitteln an die Äcker zu kommen. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um Landschaftsschutzgebiete, Ausgleichsflächen für den Riedberg, Frischluftschneisen oder sonstiges handelt. Ich habe den Eindruck, da gibt es eine unheilige Allianz zwischen Politik und Wirtschaft. Eine Hand wäscht die Andere, Klüngel zwischen den Parteien, Finanztransaktionen zur Sanierung maroder Wohnungsbauunternehmen…

Der Bürger ist der dumme, der wird nicht für ernst genommen.

Potentiale noch nicht ausgeschöpft

Frankfurt hat noch viel Potential für Wohnungsbau durch Aufstockungen, Behebung von Leerstand, Umwidmung von Büroflächen. Auch durch den Ausbau des ÖPNV und eine bessere Anbindung der Regionen kann der Druck von der Stadt genommen werden.
Frankfurt ist kein Selbstläufer, es ist auf die Ressourcen der umliegenden Kommunen angewiesenen!

Großmannssucht
Ich habe den Eindruck, dass sich Frankfurt hier zu weit aus dem Fenster lehnt. Es wird Zeit, dass der Großmannssucht ein Ende gesetzt wird.
Alles hat Grenzen, auch Frankfurt! Und die sind einzuhalten!

Wir werden alles tun, dass Frankfurt den Rubikon (die A5) nicht überschreiten wird!

Warum es nicht hilft, dass immer mehr Wohnungen gebaut werden

Der Architekt und Buchautor Daniel Fuhrhop hat ein Interview mit der Huffington Post zum Thema Bauen gegeben. Sein Credo lautet:

Bauen, Bauen, Bauen hilft nicht gegen Wohnungsmangel!

Im Gegenteil – Neubau schadet:
Die teuren Neubauten verteuern auch die Altbauten: Die Mieten steigen, denn jeder neue Vertrag geht in den Mietspiegel ein. Obendrein verschwinden durch „Wohnparks“ die echten Parks, das letzte Grün in den Großstädten.

https://www.huffingtonpost.de/daniel-fuhrhop/studenten-wohnungen-bauen_b_18520428.html?ncid=other_facebook_eucluwzme5k&utm_campaign=share_facebook&fbclid=IwAR3poind5ZB7qY4ixlh1j3Xf6BoDohw94zfr-X-ocVF-ZmimivEpk24906M

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Heimatboden-Mitbegruender-Josef-Ruehl-Unsere-Boeden-sind-zu-wertvoll;art675,3059633

Der folgende Artikel mit Karl-Josef Rühl als Interviewpartner wurde gestern in der FNP veröffentlicht!

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Heimatboden-Mitbegruender-Josef-Ruehl-Unsere-Boeden-sind-zu-wertvoll;art675,3059633

 

 

Die Zerstörung der Städte

Ein  aktueller Beitrag aus der Tageszeitung „die Welt“ vom 22.05.2018 zum Thema Wohnungsneubau

 

Der Wohnungsbau in Deutschland boomt wie lange nicht mehr. Trotzdem ist die Not so groß, dass in Berlin wieder Häuser besetzt werden. Schuld ist auch eine Stadtplanung, die nicht an Menschen denkt.

Deutschland braucht massenweise neue Wohnungen. Und die Immobilienbranche feuert aus allen Rüsseln der Betonmischer. Bundesweit, so das Unternehmen BNP Paribas Real Estate, seien bereits 7,99 Milliarden Euro in Wohnungsbestände investiert worden – eine Marke, die bisher nur einmal in zehn Jahren geknackt werden konnte.

Insgesamt habe man für die Erhebung „über 80 Deals mit zusammen knapp 64.000 Wohneinheiten“ auswerten können. Dabei habe sich gezeigt, dass der durchschnittliche Preis pro Verkaufsfall „bei gut 96 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum“ gelegen habe. Ein Bombengeschäft.

Aber eine Frage lassen die Geschäftsleute offen. Wie das alles aussieht, was auf diese Weise entsteht, ist dem Branchendienst keine Rede wert. Der Druck, unter dem die Wohnungswirtschaft steht, sorgt dafür, dass es nach Jahren des „schöner Wohnens“ nur noch um Quantität statt um Qualität geht.

So will die neue GroKo die Wohnungsnot mindern
So will die neue GroKo die Wohnungsnot mindern

Copyright: WELT/Larissa Keller

Anschauungsunterricht dafür bietet in der Tat die neueste Ausgabe des „Deutschen Architektenblatts“ (DAB 05.2018) mit einer Blütenlese jüngster Beispiele neu geschaffener städtischer Wohnkultur. Was diese „Deutschlandreise zu vorbildlichem preiswertem Mietwohnungsbau“ zutage bringt, kann den Freund schöner Neubauten nur erschrecken. Wenn das Zentralorgan der deutschen Architekten meint, mit seiner Auswahl tatsächlich aufzuzeigen, „was derzeit bundesweit möglich ist, ohne an Architekturqualität zu sparen“, dann ist den Baugestaltern jeder Instinkt für die Wohnwünsche breiter Schichten der Stadtbevölkerung abhandengekommen.

Spätestens seit der Internationalen Bauausstellung Berlin 1984/87 weiß man, dass man mit Siedlungen und Gartenstädten keine großstädtische Mitte gestalten kann. Ebenfalls schon 22 Jahre ist es her, dass der deutsche Bauminister Klaus Töpfer von der Habitat-Konferenz aus Istanbul mit der Erkenntnis zurückkam, dass das „Leitbild urbaner Entwicklung“ für Deutschland nur die „Stadt der kurzen Wege“ sein könne – nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus sozialen Gründen.

Denn, so Töpfer: „Geringe Distanzen und Mischung städtischer Funktionen sind eine wichtige Voraussetzung, um soziale Integration und gesellschaftliche Stabilität in den Städten zu gewährleisten.“ 2007 bekräftigten die Europäer dann ihr Bekenntnis zu genau diesem Leitbild in ostentativer Abkehr von der stadtfeindlichen Charta von Athen (1933/44) in der neuen „Leipzig Charta für die nachhaltige europäische Stadt“. Um diesem Klärungsprozess die Krone aufzusetzen, fügten die Deutschen vor einem Jahr dem Baugesetzbuch noch eigens das „Stadtquartier“ als zentralen Stadtbaustein hinzu.

Dem Land droht eine Zerstörungswelle

Und was kehrt davon in den Vorzeigebeispielen der Bundesarchitektenkammer wieder? Nichts. Wenn das repräsentativ für den von der deutschen Bundesregierung mit Milliardenaufwand angeschobenen massenhaften Wohnungsneubau sein sollte, droht dem Land eine Zerstörungswelle wie durch den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Die ehrenwerten Erkenntnisse der städtebaulichen und planerischen Forschungsinstitute, die ganze Bibliotheken füllen und den Steuerzahler alljährlich Millionenbeträge kosten – alles Makulatur. Präsentiert wird Siedlungsbau, wie in des seligen Frankfurter Stadtbaurats Ernst May von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit gebeutelten Zeiten. Aber aus noch so vielen Siedlungen wird keine Stadt.

Das ist keine Frage fehlender Finanzmittel, sondern falscher oder fehlender Konzeptionen. Denn die erst vor hundert Jahren erfundene Siedlung weiß mit den Qualitäten des Städtischen nichts anzufangen. Sie vernachlässigt das, was Städte für Zuzügler attraktiv macht, was gerade deshalb die Preise für Wohnungen in den begehrtesten Vierteln explodieren lässt – mit der schlimmen Kehrseite, dass Altmieter der hoffnungslosen Konkurrenz der neuen Städter ausgeliefert, die Infrastrukturnetze noch mehr ausgeweitet und damit der Ressourcenverbrauch, die Flächenversiegelung, der Verkehr weiter in die Höhe getrieben werden. Keine dieser Einsichten findet in den Vorzeigebeispielen für einen neuen Massenwohnungsbau Berücksichtigung.

Hausbesetzer protestieren gegen Wohnungsnot
Hausbesetzer protestieren gegen Wohnungsnot

Copyright: WELT/Christin Brauer

Sieht man die Beispiele im Einzelnen durch, so fällt die Radikalität auf, mit der dieser neue Städtebau den für die Stadt so wichtigen öffentlichen Raum flächenhaft zerstört. Man setzt nicht auf städtische Bautypologien wie die Blockrandbebauung, sondern erneut auf vorstädtischen Zeilenbau, nicht auf Parzellenbebauung, sondern Kompaktvergabe ganzer Areale an ein und denselben Bauherren, nicht auf die Trennung von öffentlichen und privaten Räumen, sondern auf fließende Räume ohne jegliche Fassung.

Niemand weiß mehr, was an einem Gebäude vorn und was hinten ist, wo eine Straße anfängt und wo sie endet, was ein Eckhaus ist und wo sich ein Platz öffnet, ob man sich im Zentrum oder am Rand befindet. Was da entsteht, sind Wohn- und Schlafregale, die jegliche Ausstattung mit Elementen der Differenzierung, der Hierarchisierung und ortstypischen Qualifizierung vermissen lassen.

Wie hier eine soziale Mischung, erst recht eine Mischung der Funktionen zustande kommen soll, bleibt das Geheimnis der beteiligten Investoren, Wohnungsgesellschaften und Planer. Die tausendfach beschworene, zum Zukunftstyp erhobene „Stadt der kurzen Wege“ – hier ist sie verraten.

Abweisend und unnahbar

„In den Sechzigerjahren,“ so schrieb der große Vordenker einer zeitgemäßen Stadtgestaltung, Josef Paul Kleihues vor nun schon 30 Jahren, habe man nichts als Schlafstädte geschaffen. Er nannte es „typisch für die zwischen Konvention und Moderne schwankende Ratlosigkeit dieser Zeit“. Bei dieser Ratlosigkeit ist der Städtebau wieder angekommen – und damit um ein halbes Jahrhundert zurückgefallen. Wenn Architekten das für beispielhaft dafür erhalten, „wie bezahlbarer Wohnungsbau gelingen kann“, sind die Begriffe für das, was wirklich zeitgemäß ist, verloren gegangen.

In der realen Begegnung mit den neuen Wohncontainern wird sich dem Publikum ein ganz anderer Eindruck aufdrängen. Die als aktuelles Bild einer neuen, auf die Wohnbedürfnisse breiter Schichten ausgerichtete Stadt, die sicher nicht als Landidyll oder Käfighaltung gedacht ist, gibt sich abweisend und unnahbar. Da werden die Sockelgeschosse so hochgezogen, dass sogar noch die Kellerfenster in Kniehöhe aus der Fassade schauen. Da werden die monotonen Fassaden durch schiefsitzende Balkone oder im Zickzack geführte Betongesimse vermeintlich „aufgelockert“, in Wahrheit verkrüppelt.

Da werden meterhohe Betonkästen, in die ein paar Kräuter hineingepflanzt sind, vor die Fassaden gestellt, um den Spaziergänger nur nicht zu nahekommen zu lassen, sondern auf den Gehsteig zurückzustoßen. Da wird das gesamte Erdgeschoss in eine Abstellfläche für Autos umgewandelt, über der dann erst die mit mächtigen Brüstungen wie mit Panzersperren umgürteten Wohngeschosse des beschönigend so genannten „Terrassenhauses“ obendrauf sitzen.

Was solche Objekte mit den Menschen machen, die täglich daran vorbeigehen, scheint nicht ins Gewicht zu fallen. Dort, wo sich das städtische Haus jahrhundertelang zur Straße hin öffnete, wo es mit den Passanten kommunizierte, sie in Geschäfte oder Gaststätten einlud oder mit gepflegten Vorgärten zu beglücken suchte, wendet es ihnen jetzt Verschanzungen und Barrieren zu und glotzt sie aus den Scheinwerfern und Rücklichtern der Pkws von Wohnungsinhabern an.

Für das wichtige Kleingewerbe, den zu neuer Bedeutung gelangten Tante-Emma-Laden, die Kneipe, das Designerbüro, die Hightechschmiede ist in solcher Monostruktur kein Platz mehr. Man könnte meinen, Stadtplaner Architekten und städtische Verwaltung hätten 40 Jahre Städtebaudebatte verschlafen.

Auf den Wohnungsmarkt kann sich das nur verheerend auswirken. Der Druck auf die angesagtesten Stadtviertel wird weiter zunehmen – trotz Mietbremse, Baukindergeld und gezielter Vergabe immer größerer Grundstücke an Wohnungsgesellschaften, die es so preiswert wie möglich machen sollen. Denn die Preise sind eine Sache der Nachfrage, und die Nachfrage gilt nicht den Schrumpfformen des berüchtigten Plattenbaus, wie sie hier wiederauferstehen, sondern den lebensvollen Stadtquartieren mit Nutzungsmischung und kurzen Wegen, wie sie die gründerzeitliche Stadt ihren Bewohnern bis heute anbietet.

Auf eklatante Weise hat das soeben die jüngste, neunte „Konferenz zur Schönheit und zur Lebensfähigkeit der Stadt“ in Düsseldorf bestätigt, das einzige Forum für Architekten und Stadtplaner in Deutschland, auf dem es um mehr als nur um das Bauvolumen geht. An die Spitze hatten die Veranstalter, die Leiter des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst Christoph Mäckler und Wolfgang Sonne, ihre berühmten zehn Grundsätze des Städtebaus gestellt: Engmaschiges Netz, Trennung öffentlicher und privater Räume, Formulierung des öffentlichen Raums durch Fassaden, des privaten Raums durch Höfe, Multifunktionalität, soziale Vielfalt und Integrativität, das Haus (die Parzelle) als kleinster Baustein, Typologien von langfristiger Nutzbarkeit, Quartiere mit Wiedererkennbarkeit, von bautechnischer Solidität.

Dann schloss sich die Kür von sieben Städten an: Dortmund, Freiburg, Regensburg, Bochum, Frankfurt am Main, Paderborn und Köln. Sie sollten am Beispiel jüngster Projekte zeigen, wie sie, jede auf ihre Weise, eine „Heimat Stadtquartier“ gestalten.

War es die falsche Auswahl, ein Missverständnis, ein Versehen? Die Referate der kommunalen Gesellschaften enttäuschten. Kaum eine einzige konnte ein Beispiel präsentieren, das den Anforderungen an einen nachhaltigen, zukunftsfähigen, funktionsgemischten, integrativen Städtebau genügt. Die Projekte, alle auf finanzieller Sparflamme ausgebrütet, zeigten das übliche Klötzchengeschiebe und Bandwurmzeilen auf der grünen Wiese – von den Referenten mit stolz geschwellter Brust präsentiert als „neuer Städtebau“, mit dem die geforderte Billigbauweise realisiert sei.

Wie kann Stadt zur Heimat werden?

Ist es wirklich das, was im Wohnungsbau heute angesagt ist? „Was hier entsteht, ist Siedlung, nicht Stadt“, rügt der Schweizer Stadtplaner Jürg Sulzer. Man könne nicht einfach nur Häuser zusammenschieben. „Stadt funktioniert nur, wenn der öffentliche Raum geplant wird.“ Sulzer verweist auf den übergreifenden sozialen Auftrag des Städtebaus, der in kaum einem der neu entstehenden deutschen Massenquartiere eingelöst sei.

„Wir müssen zur Ensemble-Bildung kommen, Raumgeborgenheit und Identität schaffen, Stadtraum und Baublock miteinander vernetzen. Wir müssen die Zusammengehörigkeit stärken, die persönliche Vertrautheit fördern. Nur so kann Stadt Heimat werden.“

Hatte man nicht genau das schon vor 30 Jahren gewusst? Der Leiter der berühmten „Altbau-IBA“, Hardt-Waltherr Hämer, den viele den „Retter von Kreuzberg“ nennen, hatte am Ende auch der damals als epochemachend gefeierten Bauausstellung bilanziert: „Zu den Vorzügen des Ortes zählt nun – ganz überraschend – auch die alte scheinbar antiquierte Kreuzberger Mischung von Wohnbebauung, Gewerbe- und Fabrikräumen und Remisen. Sie bietet eine nahezu ideale Voraussetzung für Urbanität. Sie erlaubt, dass moderne und traditionelle Lebensformen in Toleranz nebeneinander existieren: Neue Hightech- und Computer-Produktion, qualifiziertes Handwerk. Jeder Block hat seine Individualität. Die bauliche Mischung von Wohnen und Arbeiten in Kreuzberg ermöglicht das Zusammenleben von Jung und Alt, Deutschen und Türken, Handwerk und Hightech – mit kleinteilig organisierten Schulen, Kindergärten, Läden und kulturellen Freiräumen mittendrin.“

Sieht man sich 30 Jahre später an, was die Erben dieser Erfahrungen daraus gelernt haben, vermitteln die Produkte des Baubooms von 2018 ein niederschmetterndes Bild. Das Vertrauen in die Gestaltungskraft der deutschen Architekten ist zerrüttet. Um banalste Renditeprojekte über die Hürden zu bringen, suchen inzwischen immer mehr Stadtpolitiker, kommunale Wohnungsgesellschaften und Privatinvestoren Zuflucht bei Bürgerbefragungen, wo doch für jeden sonnenklar ist, dass aus 500 egoistischen Einzelwünschen, die sich widersprechen, gegenseitig ausschließen oder von vornherein utopisch sind, niemals Stadt werden kann.

Was waren das doch für Zeiten, als es den gründerzeitlichen Bauherren gelang, Millionen vom Land und aus den Ostgebieten in die Städte strömende Landarbeiter und Kleinbauern in den explosionsartig wachsenden Großstädten zu beheimaten! Ohne „sozialen Wohnungsbau“, ohne staatliche Fördermilliarden und ohne einen einzigen „Bürger“ zu „befragen“, haben sie es verstanden, ganze Städte und Stadtquartiere in einem Baustil, einer Qualität und Mannigfaltigkeit zu errichten, die auch noch nach 120 Jahren Staunen erwecken und Wohnungssuchende so begeistern, dass sich die Vermieter vor Wohnungsinteressenten kaum retten können. Was war nur ihr Geheimnis?

Diskussion im Café Mutz mit Daniel Fuhrhop – Verbietet das Bauen

Bitte vormerken – kommenden Montag im Café Mutz ‼

Warum Frankfurt keinen Neubau braucht.
Ein Abend mit Daniel Fuhrhop- Verbietet das Bauen

Es wird sicher voll .

Montag, 14. Mai, 19.00 Uhr (VB): „Warum Frankfurt keinen Neubau braucht. Gründe gegen Bauen und Alternativen zum Flächenfraß der Stadt Frankfurt“,
Veranstalter & Ort: Café Mutz, Alt-Niederursel 27, 60439 Frankfurt/Main.

Ballungsgebiet Rhein Main – Frankfurt Wachstum

 

Durch die ungebremste Expansion der großen Städte entstehen viele Probleme:

Neben sich rapide verschärfenden Umweltprobleme und die Konzentration von Armut andererseits werden auch zahlreiche soziale, ökologische und ökonomische Risiken forciert.

Vor diesem Hintergrund ist das Wachstum der Stadt besonders kritisch zu sehen. Die Probleme fangen bereits mit der Nachverdichtung in den Stadtteilen und der Bebauung bestehender Frei- und Grünflächen an. Viele Bürger wehren sich zu Recht gegen diese für sie nachteilige Veränderung ihrer gewohnten Umgebung.


 

Nachverdichtung statt Flächenfraß

Wir appellieren an alle Verantwortlichen:
Stimmen Sie gegen das geplante Bauvorhaben der Stadt Frankfurt im Frankfurter Nordwesten!
Auf 550 Hektar will sich die Stadt Frankfurt dort rigoros über Landschaftsschutz, Naturschutz, Klimaschutz, Tierleben und Bürgerinteressen hinwegsetzen und wertvollste Böden für immer versiegeln!

Städtebauliche Planungen, die sich um ein gesundes Klima, die Artenvielfalt in der Stadt, aber auch um Handlungsfelder der Daseinsvorsorge in ländlichen Regionen und Integration kümmern, werden immer wichtiger und gehen uns alle an!

Durch aktive Beteiligung kann die Stadtentwicklung durch die Bürger nachhaltig mit gestaltet werden!

Ein weiter Aspekt, der bisher nur wenig Beachtung der Planer findet: Von den Bewohnern der Stadtviertel wird der Wohnwert im Falle einer maßvollen Nachverdichtung wesentlich höher eingeschätzt als in einem Neubaugebiet!

Vorteile der Nachverdichtung innerhalb von Städten

Neubaugebiete bedingen einen enormen Flächenverbrauch.
Diese intensiven Eingriffe in die Natur führen zur Zerstörung von Lebensräumen für die Tier- und Pflanzenwelt.

Im Falle des neu geplanten Baugebiets im Frankfurter Nordwesten entfallen für die Stadt besonders wertvolle Klimazonen wie Kaltlufentstehungsflächen, Landschaftsschutz-, Naturschutz-, Trinkwasser gewinnungs- und Tierschutzgebiete. Gleichzeitig werden mit der Bebauung beste Ackerböden unwiederbringlich zerstört.

Als bessere Lösung zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums bietet sich daher eine maßvolle Nachverdichtung bereits bewohnter Flächen in den Stadtteilen selbst an.
Als Fußnote:
Unter den Begriff Nachverdichtung fallen Maßnahmen wie Umbau, Anbau und Ausbau bestehender Gebäude, Aufstockungen, die Bebauung bisheriger Brachflächen (Schließung von Baulücken) und nicht mehr genutzter Industrie- und Gewerbeflächen.

Durch geeignete Maßnahmen können hier zudem oft bestehende energetische und bauliche Mängel im Bestand kostengünstiger behoben werden.

Oft fehlen in den urbanen Stadtteilen barrierefreie Wohnungen oder die bestehenden Wohnungen werden zum Teil nur von einer oder zwei Personen bewohnt. Mangels Alternativen an kleineren Wohnungen stehen diese damit nicht für Familien mit größerem Platzbedarf zur Verfügung. Mit einem ausreichenden Angebot an kleineren und barrierefreien Wohnungen könnte hier leicht Abhilfe zum Wohle der älteren und jüngeren Generationen geschaffen werden.

Durch den Ausbau von Dachflächen und Aufstockung von Gebäuden können erhebliche Wohnraumreserven erschlossen werden. Diese Variante ist kostengünstiger für alle Beteiligten, da die in den Stadtteilen bereits strukturell vorhandene Infrastruktur von mehr Menschen genutzt werden kann.

In der Summe bewirken diese Maßnahmen einen geringeren Energie- und Ressourcen-Verbrauch pro Kopf.

Uns liegt der Schriftverkehr eines auf Gebäudeaufstockungen spezialisierten Unternehmens mit der Stadt Frankfurt vor, aus dem hervorgeht, dass die Verantwortlichen in Frankfurt leider kein besonders Interesse an solchen Maßnahmen haben!

Im Vergleich zu München, wo 4.400 Personen auf einen km2 leben, liegt diese Kennzahl für Frankfurt nur bei der Hälfte. Frankfurt könnte somit – bei gleicher Ausnutzung – seine Bewohnerzahl verdoppeln, ohne weitere Flächen neu zu versiegeln.