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Der Frankfurter Landraub

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Historie

In den frühen Siebziger Jahren ereignete sich im Rahmen der Gebietsreform ein Drama für Weißkirchen. Die umliegenden Gemeinden Stierstadt und Steinbach wollten ihre Selbständigkeit nicht verlieren und planten daher durch hoch verdichtete Bebauung auf deren an Weißkirchen angrenzenden Gebieten einen immensen Bevölkerungszuwachs. Damit wollten sie die Eingemeindung nach Oberursel bzw. durch Frankfurt verhindern. Weißkirchen stelle sich den Stierstädter Vorhaben entgegen, da der geplante Zuwachs verkehrstechnisch überhaupt nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre. Der seinerzeitige Kreisbaudirektor Mittag war ein Verfechter des Hochhausbaus und hätte gerne entlang der Urselbachaue zwischen Stierstadt und Weißkirchen bis zu 18 Stockwerke hohe Wohnsilos errichtet. Das blieb uns dann doch allen Gott sei Dank erspart.

1. Akt

So nahm aber nun das wirkliche Drama für Weißkirchen seinen Lauf. Frankfurt wollte sich Weißkirchen und Steinbach (neben Kalbach, Niedereschbach und einigen anderen Gemeinden, die dann eingemeindet wurden) einverleiben. Die Großstadt war an ihre natürlichen Grenzen gestoßen und wollte weiter wachsen. Weißkirchen legte gegen die geplante Eingemeindung Beschwerde ein und beschloss zudem in einem Bürgerentscheid, sich Oberursel anzuschließen. Die Beschwerde gegen eine Eingemeindung durch Frankfurt war erfolgreich und verhinderte gleichzeitig auch deren Attacke gegen Steinbach.

Als der Hessische Landtag die Gebietsreform dann im Laufe des Jahres 1972 förmlich beschloss, kam ans Tageslicht, dass Weißkirchen in einer Volte um 200 Hektar saftige Wiesen und wertvoller Felder zwischen dem Urselbach und dem Steinbach beraubt worden war! Ein Gebiet von 160 ha ging an die Stadt Frankfurt, die restlichen 40 ha gehörten plötzlich zu Steinbach!

Über das Alles berichtete der letzte Bürgermeister Weißkirchens und anschließender Erster Stadtrat von Oberursel, Albert Jung, in seinem Aufsatz über die Gebietsreform von 1972. Er bezeichnete die seinerzeitige Aktion der Frankfurter und des Umlandverbandes als „Landraub“ da die Flächen ohne vorherige Abstimmung mit den Vertretern der Gemeinde den Städten Frankfurt und Steinbach zugeschlagen worden waren. Die von Oberursel angestrengte einstweilige Verfügung wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht zugelassen. Es gab keinerlei direkte Verhandlungen mit den Gemeindevertretern. Weißkirchen wurde somit im Rahmen der Gebietsreform einem Teil seiner Flächen beraubt!

In der Frankfurter Neue Presse erschien 2012 zum 40-jährigem Jubiläum eine Serie zur Gebietsreform, in dem die Aktion ebenfalls als Frankfurter Landraub an Weißkirchen beschrieben wird.

2. Akt

Und jetzt soll dem ersten Drama ein Weiteres folgen! Bebauung durch Frankfurt mit einem Retortenstadtteil bis an die Stadgrenzen von Oberursel und Steinbach. So ein Wahnsinn! Wir müssen uns dagegen wehren. Das darf never ever geschehen!

Finale

Wenn der jetzige Frankfurter Plan nicht verhindert wird, stehen als nächstes die Städte Steinbach, Oberursel, Offenbach, Bad Homburg, Eschborn auf deren Speisenkarte! Die Krake Frankfurt wird sich ohne Skrupel bedienen und sich alle einverleiben, wenn ihr danach ist!

Stoppt Frankfurt, unterstützt unsere Initiative!

Euer Feldpartisan
Heinz Rühl

5 Gedanken zu „Der Frankfurter Landraub

  1. In Abwandlung: Reden ist Silber, Handeln ist Gold !
    Wir müssen rechtzeitig (das ist jetzt !!!) handeln, sonst werden wir überrollt.
    Handeln heißt aber auch reden: mit all jenen nämlich, die sich nicht gegen dieses katastrophale Projekt stemmen oder es gar befürworten. Überzeugungsarbeit ist Kernerarbeit.
    Ich will dazu beitragen, daß die Region das behält, was sie lebenswert macht: zwischenen den Städten und Gemeinden eine freie unverbaute Natur für die Erholung und die Nahversorgung der Menschen.

    Laßt uns alle Feldpartisanen sein!

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