Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Ukraine (unser Beitragsbild zeigt ein am 3.3.2022 zerstörtes Hochhaus in der Stadt Tschernihiv) stellt sich die dringende Frage, ob uns eine uns eine Ernährungskrise bevorsteht?

Zu den bereits feststellbaren Klimaveränderungen, den stetig steigenden Energiepreisen und die scheinbar unaufhaltsam wachsende Bevölkerung, kommt nun auch noch der von Russland ausgehende Krieg in der Ukraine hinzu.. Hierdurch ist die aktuelle Versorgung von Millionen von Menschen mit Weizen und Sonnenblumenöl nachhaltig gefährdet. Die  Ukraine ist weitgehend Agrarland und wird seit ewigen Zeiten als die Kornkammer Europas bezeichnet.

Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, ob unsere Lebensmittel in Zukunft noch in ausreichender Menge produziert werden können.

Anhaltender Flächenfraß

Für Verkehrswege, Gewerbe, Industrie und Wohnungsbau geht Jahr für Jahr immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Seit den 1950 Jahren bis heute wurden 4 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche diesen Zwecken geopfert.

In den Jahren von 1992 – 2012 belief sich der Rückgang der Ackerflächen lt. Angaben des Deutschen Bauernverbandes auf 892.000 Hektar. Zurzeit werden ca. 62 ha täglich (22.630 ha jährlich) zerstört (für Wohnraum 33%, Erholungsflächen 27%, Verkehr 24%, Industrie 16% und Rohstoffe 8ha).

Verbesserte Anbaumethoden und Importe sichern unseren täglichen Bedarf

Der landwirtschaftliche Flächenverlust konnte durch verbesserte Anbaumethoden, optimierte Düngung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln teilweise ausgeglichen werden.

Umfangreiche Importe von Lebensmitteln aus aller Welt sichern unseren Bedarf.

Nach Angaben des “B U N D Bodenatlas” nutzt die EU einschließlich England 6.400.000 km² Landfläche außerhalb Europas zur Versorgung mit Ölsaaten, Kautschuk, Soja, Baumwolle, Getreide, Rindfleisch, Bodenschätzen etc..

Umnutzung und Bodenerosion gefährden künftige Lebensmittelproduktion

Nach vorliegenden Schätzungen werden bis 2030 weltweit noch 300.000 km² derzeit bestehender Ackerflächen durch Umnutzung der Lebensmittelproduktion entzogen. Dies entspricht beinahe der Fläche Deutschlands (357.000 km²).

Der Klimawandel trägt auch einen erheblichen Teil dazu bei, dass noch viel mehr Flächen erodieren und nicht mehr als Anbauflächen für die Lebensmittelversorgung zur Verfügung stehen.

Mein Fazit

Meiner Meinung nach kommt da einiges auf uns zu.

Mögliche Produktionssteigerungen sind ausgereizt, Klimarisiken und Extremwetterlagen beeinträchtigen immer mehr den Ernteerfolg.

Die weltpolitische Lage verändert sich dramatisch, Lebensmittel und Energie werden zu politischen Druckmitteln und können erhebliche soziale Unruhen auslösen.

Wir sollten dem entgegensteuern, soweit das überhaupt noch möglich ist.

Der erste Schritt wäre ein Stopp der Bebauung von Ackerflächen und im Gegenzug eine bessere Ausnutzung der bereits versiegelten Flächen.

Ackerböden müssen erhalten bleiben!

1 Kommentar
  1. Petra Weihönig sagte:

    Ich stimme dem Beitrag vollkommen zu. Zum letzten Satz (Stopp der Bebauung von Ackerflächen sowie bessere Ausnutzung der bereits versiegelten Flächen) kann ich nur sagen: Unbedingt !!! Und das wäre nicht nur das Gebot der Stunde sondern auch ein Zeichen von gesundem Menschenverstand.

    Antworten

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