AlleAus der Presse

„Sozialwohnungen lassen die Preise steigen“

Vollen Artikel lesen:

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Sozialwohnungen-lassen-die-Preise-steigen;art675,2770465

Ein Auszug aus dem Interview mit Immobilen Makler Frank Alexander und FNP Redakteur Günter Murr:

ALEXANDER: Man kann heute ja gar nicht mehr billig bauen. Ob sich noch mehr Entwickler in das Luxussegment bewegen, weiß ich nicht. Es gibt zum Beispiel im Europaviertel noch Hochhauswohnungen, die fertig gebaut sind und 1,5 bis 2 Millionen Euro kosten. Sie sind noch nicht verkauft. In diesem Segment wird die Nachfrage schon dünner. Da wird nicht noch mehr kommen.

Es heißt oft, es müssten ja nicht alle in Frankfurt wohnen. Kann die Politik Einfluss nehmen, dass Wohnstandorte im Umland stärker nachgefragt werden?

ALEXANDER: Je besser die Verbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr sind, desto besser gelingt das. Wenn es von Nidderau aus zum Beispiel eine S-Bahn nach Frankfurt gäbe und nicht nur eine Bimmelbahn, wäre der Ort viel attraktiver, weil die Fahrt zu den Arbeitsplätzen leichter wäre, die nun einmal zum größten Teil in Frankfurt liegen. Es ist auch nicht schlecht, wenn Arbeitsplätze in die Region verlagert werden, wie es aktuell zum Beispiel bei der Metzgerei Brandenburg der Fall ist, die von Fechenheim nach Erlensee zieht.

Wie lässt sich gewährleisten, dass dort nicht nur teurer Wohnraum entsteht?

ALEXANDER: Die Stadt muss die Grundstücke nach Konzepten vergeben und darf nicht auf das höchste Gebot aus sein. Im Zweifel muss man den Bauträger auch an bestimmte Preise binden. Dann schafft man auch für den Mittelstand wieder adäquate Angebote. Es ist ja sehr honorig, wenn man sagt, 30 Prozent müssen sozialer Wohnungsbau sein. Aber damit versorgt man ja nur die Bevölkerungsgruppe mit ganz niedrigem Einkommen. Der Mittelstand wird dabei außer Acht gelassen, denn die soziale Förderung muss ja irgendwie gegenfinanziert werden.

Bedeutet das, dass zu viele Sozialwohnungen den Wohnungsbau verteuern?

ALEXANDER: Ja, das ist ja logisch. Eine Miete von 6 oder 7 Euro muss querfinanziert werden. Das führt automatisch zu einer Preissteigerung bei den anderen Wohnungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.